Arabische Köstlichkeiten mit unseren syrischen Freunden

Hört man Sabine zu, dann beginnt man fast mit zu schwärmen... über ihr „Wohnzimmerrestaurant“, wie sie es liebevoll nennt, welches sie zusammen mit Amal und Mohamad gestaltet hat. Ein Event der besonderen Art, weil es so viel Energie, Kraft und Freude ausstrahlt, weil es Kulturen verbindet und Freundschaften prägt.

Lange hat Sabine nach einer Umsetzungsmöglichkeit für ihre Idee gesucht. Ähnliches wie ihr „Wohnzimmerrestaurant“ fand sie lediglich in Berlin. Das man unter dem Begriff Social Dining fündig werden könnte, erfuhr sie durch Zufall über einen Artikel in ihrem Adventskalender "Der andere Advent". Der Anfang für ein Event auf unserer Plattform war getan. Gleich am nächsten Tag nahm sie Kontakt mit uns auf. Das alles war im Dezember letzten Jahres. Nun haben sie bereits ihr zweites Dinner ausgerichtet und die Geschichte dazu könnte Abende füllen.

Der Beginn einer besonderen Freundschaft

Alles begann 2015, als Sabine mit ihrer Familie aus dem Sommerurlaub zurückkehrte und mit großem Erschrecken beobachtete, wie aus ihrem kleinen Festplatz des Stadtteils, ein Zeltcamp entstand. Damals wusste sie natürlich nicht, dass dies der Beginn einer sehr besonderen und intensiven Freundschaft werden würde.

Die Stadt hatte sich verändert und viele Menschen waren sehr engagiert und hilfsbereit, im Großen wie im Kleinen.

Auch Sabine empfand ein Selbstverständnis im Tun und so sammelte sie damals mit ihren Kindern Spielsachen zusammen, die sie den Kindern im Camp anboten und mit denen sie gemeinsam viele Nachmittage verbrachten. Damals war auch Amal eine der Mütter, die sie dabei kennen lernte. Amal kam mit ihrem Mann und ihrer Familie aus Syrien. Sie hatten wie viele geflüchtete Menschen den Boden unter den Füßen verloren, quälten sich vor allem durch den Winter im Camp und versuchten den neuen Gegebenheiten gerecht zu werden. Zu dieser Zeit erwartete ihre erwachsene Tochter bereits ein Kind und so war die Zeit besonders hart. Sabines Familie öffnete ihr Haus und so zogen bei deren Urlauben, Amal, Mohamd und ihren Kindern vorübergehend ein. Für die dauerhafte Aufnahme in ihrem Haus war leider nicht genügend Platz für alle. Im Frühjahr darauf konnte die Familie von Amal und Mohamad dann endlich eine eigene Wohnung beziehen.

Diese Zeit hat beide Familien eng miteinander verbunden und geprägt. Und auch den Familienzusammenhalt, welchen Sabine mit ihrer Familie pflegt, den kannten auch Amal und Mohamad von ihrem Zuhause. Sie trafen sich viel und natürlich fand dies immer bei einem gemeinsamen Essen statt, denn Essen verbindet und beide Familien lieben es zu kochen. 

Gemeinsame Feste

Zusammen organisierten sie Feste im Garten, zu denen teilweise 60-100 Personen kamen. Egal ob es Freunde und Nachbarn von Sabines Familie waren oder Freunde aus dem Camp und dem Umfeld von Amal und Mohamad, alle waren willkommen.

So richteten sie z.B. auch das Zuckerfest aus, bei dem dann die Idee des „Wohnzimmerrestaurants“ entstand. Wenn man mit Freunden und gemeinsamem Essen so schöne Erlebnisse haben kann, warum nicht auch mit fremden Menschen. Darüber könnten sich Amal und Mohamad weiter integrieren und vor allem ihrer Leidenschaft des Kochens nachkommen und einen Teil ihre Kultur erlebbar machen. Die beiden kochen für ihr Leben gern und alles dabei ist unglaublich köstlich und vielfältig. Auch gehört die syrische Küche zu den Besten des Orients und zeichnet sich durch Ihre vielfältigen Geschmäcker aus.

Ihr Wohnzimmerrestaurant

Ihr erstes CHEF.ONE Dinner war dank Sabines Engagement binnen kürzester Zeit ausgebucht. Ihr Esstisch bot Platz für 11 zusätzliche Personen und so wurden nach etwa 6-stündiger Vorbereitung die ersten Gäste empfangen.

Gemeinsam an ihrem großen Tisch war das Eis schnell gebrochen, denn irgendwie verband alle ein gemeinsames Thema. Das Gespräch wurde überwiegend in großer Runde geführt und so wusste schnell jeder vom anderen.

Sabine, Amal und Mohamad fragten sich nach diesem Abend, der wirklich alle Erwartungen übertroffen hatte, ob ein zweites Event so überhaupt noch einmal zu wiederholen ist. Die Lust überwog und so fand im April ein zweites Event statt, wieder war es unglaublich schnell ausgebucht. Es war völlig anders und erneut war der Abend einzigartig, überwältigend und unglaublich bereichernd.

An diesem Abend gesellten sich auch ein Israeli und ein weiterer Syrer in die Runde. Es wurden drei Sprachen gesprochen, diesmal waren es viele kleine Gespräche.  Es war unglaublich laut und quirlig, die Gäste wechselten ihre Plätze und kamen in unterschiedlichen Konstellationen ins Gespräch.

Minou war eine ihrer Gäste. Sie blieb an der Eventbeschreibung "förmlich hängen". Und ja sie war auch aufgeregt vor dem Abend, aber ihre Neugier auf Menschen und Speisen überwog. „Dadurch, dass es wohl allen Gästen wie mir ging, war das Eis sehr schnell gebrochen. Sabine hat uns alle empfangen, als würde man sich schon jahrelang kennen, somit gab es gar nicht erst das Gefühl, man sei unter bzw. bei Fremden. Das machte den Abend herrlich unkompliziert und entspannt“.

„Das Essen... Puuuh... es war einfach alles lecker, für die Augen sowie den Gaumen. Von der Suppe bis zur Nachspeise würde ich alles nochmal essen und bin viel mehr noch nun angefixt auf weitere arabische Köstlichkeiten (hab mich bereits auf die Warteliste für den nächsten Termin gesetzt)."

„Es war eine absolute Wohlfühl-Atmosphäre. Die Tischthemen waren vielfältig, spannend, interessant, lustig... als ob man halt schon ewig unter Freunden gemeinsam am Tisch sitzt. Auf jeden Fall buche ich wieder.“

Und Amal und Mohamad? Die beiden erfuhren sehr viel Lob, Wertschätzung und Anerkennung für ihre Fertigkeiten und Köstlichkeiten. Das ist ein sehr wichtiger Punkt, denn es war im Großen und Ganzen ihr Abend und den haben sie ebenfalls unglaublich genossen.

Für Euch

Ein Event dieser Art könnte in jeder Stadt unseres Landes stattfinden. Und wir wollen Euch zeigen, dass es persönliche Geschichten hinter unseren Events sind, dass es Menschen verbindet, einzigartige Erlebnisse sind, dass Freundschaften entstehen und Kulturen miteinander verbunden werden können.

Sabines Rat für neue Gastgeber: „Seid offen und habt keine Angst, dann wird euch genauso viel Offenheit zurückgegeben.“

Minous Empfehlung für neue Gäste: "jegliche Aufregung oder Nervosität sind überflüssig. Da es allen so oder ähnlich geht, kann man sich wirklich entspannt, locker und offen auf einen solchen Abend freuen, einlassen und genießen.“


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