Supper Club im privaten Popup-Restaurant

Supper Clubs stammen vermutlich aus New York und sind ursprünglich sehr exklusive hochwertige private Dinnerevents. Sie sind echte Insider, nicht einfach zu finden, geschweige denn dort einen Platz zu ergattern.

Auch in Kuba ist das private Restaurant in den eigenen vier Wänden sehr verbreitet. Einheimische bekochen vornehmend Touristen und generieren damit eine zusätzliche Einnahmequelle. Für Touristen ist es sehr spannend und eine echte Alternative zu den wenigen guten Restaurants des Landes. Aber auch in anderen Großstädten wie London, Tel Aviv oder Paris und südeuropäischen Ländern ist diese besondere Form des privaten Essens mit fremden Menschen deutlich verbreiteter und bekannter als in Deutschland.

Nun gibt es hierzulande ja uns und viele andere ähnliche Ansätze, die das Thema Supper Club im privaten Raum vorantreiben. Während viele Leute glauben, es sei doch eigentlich nur etwas für Großstädter, sind wir anderer Meinung. Es lässt sich über die letzten Jahre beobachten, dass gerade im ländlichen Raum Restaurants schließen. Die Gründe sind vielschichtig, aber oft ist es einfach nicht mehr wirtschaftlich, weiter zu machen. Auch findet sich kein Personal oder Nachfolger, die deutsche Küche ist nicht mehr allzu gefragt und konkurriert plötzlich mit allerhand anderer Länderküche.

Können Supper Clubs hier nicht eine Alternative zu den klassischen Restaurants darstellen? Die privaten Dinner sind vielfältig und abwechslungsreich, sie sind in jeder Region möglich und sie verbinden Menschen. Man muss lediglich ein wenig mehr planen, als für den klassischen Restaurantbesuch. Auch können Gastgeber darüber testen, ob sie ein eigenes echtes Restaurant eröffnen möchten. Gerade mittelgroße Städte haben aus unserer Sicht Potenzial für mehr Private Dining Events, Supper Clubs oder private Popup-Restaurants, egal wie wir sie nennen.

Ein schwieriges Thema bleibt die Preisgestaltung. Die private Kalkulation unterliegt anderen Regeln und Maßstäben und beinhaltet für jeden Gast und Gastgeber ein persönliches Empfinden. Kauft ein Gastgeber Bioprodukte oder Marktware und sucht er sorgfältig passende Weine aus, die er unlimitiert anbietet, muss er dies einkalkulieren. Er generiert beim Einkauf auch keine Mengen- oder Steuervorteile. Alternativ ist ein anderer Gastgeber deutlich pragmatischer und achtet darauf, möglichst geringe preisliche Hürden zu schaffen. Ist dem einen Gast die Hochwertigkeit und das Exklusive wichtig, so bevorzugt der andere die Spontanität, die unkomplizierte Geselligkeit und eher preisorientierte Events. Am Ende entscheidet jeder Gast selbst, was ihm ein Event in einem privaten Umfeld wert ist. Kalkulieren Gastgeber zu hoch, wird ihr Event am Ende niemand buchen. Wir möchten euch preisliche Freiräume bieten, bitten aber immer wieder zu beachten, dass es nicht immer sinnvoll ist, zu hohe Preise zu verlangen. Gerade wer sich neu ausprobieren möchte, sollte vorsichtig und bodenständig an seine Preisgestaltung gehen.

Für Gastgeber bleibt jedoch eines zu beachten. Wird Gewinn erzielt mit dem Betreiben des eigenen Supper Clubs, dann verwandelt sich das Privatrestaurant in einen Gastronomiebetrieb und unterliegt den gleichen Anforderungen. Der Betreiber muss sein Gewerbe anmelden, Steuern zahlen und Auflagen beachten – vom Brandschutz bis zu Hygienevorschriften. Bleibt der kulinarische Abend in privater Atmosphäre unkommerziell und der Gastgeber lässt sich lediglich seine Unkosten vergüten, ist der Betrieb eines privaten Supper Clubs unproblematisch. Trotzdem sind Hygieneregeln und der sorgfältige Umgang mit den Lebensmitteln eine Grundvoraussetzung.

Gäste sollten beachten, dass es sich um ganz normale, private Wohnungen handelt und hier kein Gastronomiebetrieb dahintersteht. Wurde ein Essen nicht vertragen, ist der Gast in der Beweispflicht, anders als bei einem Restaurantbesuch, wo der Gastronom eine Nachweispflicht erbringen muss.

Summa summarum sind unsere Erfahrungen ausschließlich Gute. Die Gastgeber gehen sehr sorgsam und engagiert an ihre Events, planen sehr vorausschauend und machen sich sehr viel Arbeit rund um das Essen mit Fremden. Die Gäste sind in den allermeisten Fällen sehr zuverlässig, vorsichtig und respektieren die Privatsphäre des Gastgebers. Sowohl die Gastgeber als auch die Gäste zehren oft sehr lange von einem Event. Die Erlebnisse sind so vielfältig und kein Abend ist wie der andere. In der Regel trifft man auf sehr gesellige und aufgeschlossene Menschen, erfährt andere Wohnumfelder, lernt neue Menschen und besondere Küchen kennen und auch unsere Gastgeber sind mit Freude in der Rolle der Veranstalter und bringen oft sehr viel mehr ein, als man es in einem Restaurant erfährt. Es ist einfach anders und einen mutigen Versuch wert. Wir können von vielen Wiederholungstätern berichten. ;-)


Hinterlassen Sie einen Kommentar

Bitte beachten Sie, dass Kommentare vor der Veröffentlichung freigegeben werden müssen